09.07.2018

Digitalisierung und Arbeitsmarkt: kein Grund zur Panik

Die digitale Technik wirbelt die Arbeitswelt durcheinander und beschäftigt Berufseinsteiger genauso wie die Unternehmensleitung: Wie sieht eine moderne Berufsbiografie aus? Was kann der Einzelne tun, um die Herausforderung der Arbeitswelt 4.0 zu meistern? Wo müssen Unternehmen eine Antwort finden?

Die folgenden Abschnitte beschreiben die aktuelle Situation und zeigen mögliche Chancen und Risiken für Unternehmen und Bewerber auf. Viel Spaß beim Lesen!

Die digitale Technik wirbelt die Arbeitswelt durcheinander und beschäftigt Berufseinsteiger genauso wie die Unternehmensleitung...

Berufseinsteiger stehen heute vor einer besonderen Aufgabe: Sie sind mit aktuellem Wissen ausgestattet und müssen damit rechnen, dass ihr Know-how nur eine kurze Halbwertszeit besitzt. Aus diesem Grund ist es ratsam, die Entwicklung der eigenen Sparte im Auge zu behalten. Fachzeitschriften oder Newsletter greifen neue Trends auf und analysieren deren Potenzial. Damit bieten sie eine einfache Möglichkeit, wichtige Entwicklungen zu erkennen und rechtzeitig darauf zu reagieren.

Zusätzlich sehen sich neue Mitarbeiter mit hohen Erwartungen von der Unternehmensseite konfrontiert. Sie müssen sich engagiert einbringen, idealerweise kreativ sein und Innovationsprozesse mittragen. Gleichzeitig wissen sie, dass unbefristete Arbeitsverträge nicht standardmäßig vergeben werden und viele Unternehmen flexibel auf Veränderungen reagieren müssen. Ortswechsel oder unerwartete, neue Aufgabenstellungen gehören zum Alltagsgeschäft.

Junge Menschen müssen deshalb ihre eigenen Talente und Neigungen kennen und sich selbst realistisch einschätzen. Ein Studium zu absolvieren, nur weil es "in" ist, sollte nicht unbedingt als Auswahlkriterium herangezogen werden. Das Risiko, während der ersten Berufsjahre in eine Sinnkrise zu geraten, steigt dadurch enorm. Motivation und Freude am Beruf können nur dann langfristig bestehen bleiben, wenn der Beruf für einen Menschen mehr bedeutet als reiner Gelderwerb.

Angst vor der Zukunft?

Die Diskussion über die Folgen der Digitalisierung finden in einem weiten Spektrum statt. Optimistische Prognosen sehen ein neues Wirtschaftswunder am Horizont, während kritische Stimmen bereits das Ende der Arbeit ausrufen. Die Wahrheit liegt – wie so oft – in der Mitte.

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft vom Oktober 2015 gibt Hinweise auf mittelfristige Trends am Arbeitsmarkt: Unternehmer in Deutschland gehen davon aus, dass digitale Innovation die Zahl der Arbeitsplätze auf absehbare Zeit nicht negativ beeinflussen wird.

Trotzdem: Arbeitnehmer, die einfache Berufe ausüben, tragen das größte Risiko, ihre Arbeit durch Automatisierung zu verlieren. Die Autoren der Studie weisen jedoch darauf hin, dass der Mensch an seinem Arbeitsplatz unterschiedliche Tätigkeiten ausführen muss, die eine Maschine nicht alle einfach übernehmen kann.

Darüber hinaus werden sicherlich nicht alle technischen Möglichkeiten voll ausgeschöpft. Die Ursachen können zum Beispiel in wirtschaftlichen Aspekten liegen, etwa wenn die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht aufgeht. Andere Projekte verlaufen im Sande, weil die Kunden das Angebot nicht annehmen, etwa Roboter statt menschlicher Flugbegleiter.

Berufseinsteiger dürfen unbesorgt ins Berufsleben starten. Wer sich regelmäßig über aktuelle Automatisierungstendenzen im eigenen Berufsfeld informiert, ist für die Zukunft bestens gerüstet.

Arbeitsmarkt 4.0: über den Tellerrand blicken

Unternehmen müssen aktuell einen gewaltigen Spagat bewältigen: einerseits gilt es, auf dynamischen Märkten zu bestehen; die Bilanz muss stimmen. Das erwarten nicht zuletzt die Anleger, deren Rentenfonds in das Unternehmen investiert haben.

Gleichzeitig verlangen etwa Berufseinsteiger und ältere Arbeitnehmer sichere Arbeitsplätze. An dieser Stelle müssen Unternehmen ihre Möglichkeiten und Grenzen klar kommunizieren. Die Digitalisierung ist kein rein ökonomischer Prozess. Sie durchdringt alle Bereiche der Gesellschaft und kann nur durch Kooperation erfolgreich bewältigt werden.

Fazit: Seit Beginn der industriellen Revolution haben neue Techniken die Arbeitswelt umgekrempelt: von der Dampfmaschine bis zum PC. Fakt ist, dass die digitale Technik auf Menschen trifft, die gebildeter und materiell besser ausgestattet sind, als alle Generationen zuvor. Damit stehen die Chancen gut, dass Mitarbeiter und Unternehmen den Wandel konstruktiv gestalten und beide Seiten von den zahlreichen Möglichkeiten der neuen Technik profitieren.